Erschienen im Darmstädter Echo


Erschienen im Fränkisch-Crumbacher Nachrichten

Neues vom Museum vom 17.11.2017

Einladung:

Der Museumsvorstand lädt ganz herzlich alle Mitglieder und Interessierte zu der Mitgliederversammlung am 24.11. um 20:00 in die Crumbacher Stuben ein. Bei der Gelegenheit soll der Stand der Museumsplanung, sowie geplante Aktivitäten im Jahr 2018 besprochen werden.

Rückblick:

Am 5. November gaben in gelungener Zusammenarbeit die FrauenGeschichtsWerkstatt Odenwald und das Heimatmuseum Rodenstein der Autorin Barbara Linnenbrügger ein Forum für die Vorstellung ihres Buches über die Jüdin Margarete Oppenheimer-Krämer, Frau des Zigarrenfabrikanten Moritz Oppenheimer. Das beeindruckende Buch trägt den Titel "Margarete Oppenheimer-Krämer. Lebenslinien zwischen Kaiserreich und Holocaust" und würdigt das faszinierende Leben einer besonderen, hochgebildeten Frau und Mutter, die zusammen mit ihrem Ehemann Moritz ein solch bitteres Ende nahm. Es beschreibt mit vielen Bildern auf anschauliche Weise den Werdegang Margaretes vor den bedrückenden historischen Entwicklungen ihrer Zeit. Der Vernissage in den Räumlichkeiten der früheren Synagoge ging ein Gedenken an die Reichspogromnacht 1938 am Gedenkstein gegenüber der früheren Synagoge voraus. es war organisiert von Hildegard Frank unter Beteiligung von Uli Zelta-Roche und Ima Krüger und wurde durch einen Segen Pfarrer Worchs beschlossen. Für die fast 200 Anwesenden war es eine bewegende Veranstaltung, der auch Margaretes Kinder Michael und Feodora aus Frankreich sowie die Enkelin Margaret, Tochter von Ruth David, aus England beiwohnten.

Zur Erinnerung: Die Töchter Hannah und Ruth konnten mit einem Kindertransport nach England in Sicherheit gebracht werden, während Michael und Feodora von französischen Familien aus einem Deportationslager in Frankreich übernommen wurden. Auch ihre Halbbrüder Werner und Ernst konnten dem Naziterror entkommen, während Margarete und Moritz im KZ Auschwitz umkamen. Viele Teilnehmer hätten Gelegenheit in Gesprächen, die Familienmitglieder der Oppenheimer am Rande der Veranstaltung kennenzulernen. Mehr als einmal äußerten die Nachkommen Margaretes ihr Erstaunen über das Interesse, das ein Buch über ihre Mutter noch heute auslöst.

Die Veranstaltung hatte viele Facetten. Der Begrüßung der Anwesenden durch Barbara Linnenbrügger folgte ein Grußwort von Claus Fittschen für unseren Verein und der Ersten Beigeordneten Heidi Knau für die Gemeinde. Das besondere Engagement des Heimatmuseums ist begründet in dem Vorhaben mit Barbara zusammen in dem erneuerten Museum, unter anderem auch das Zusammenleben von Juden und Nichtjuden in Crumbach zu dokumentieren. Dabei soll besonders auch das Leben und Wirken der Familie Oppenheimer angesprochen werden. Danach würdigte Eva-Gesine Wagner, Steinbildhauerin aus Ober-Ostern und langjährige Mitstreiterin von Barbara, deren unermüdliche Bemühungen das Leben der Juden Crumbachs, und darunter besonders das der Familie Oppenheimer festzuhalten. Barbara setzt damit die Arbeit von Hildegard Katzenmeier und Ottilie Born-Röhner fort. Der Höhepunkt von Barbaras Arbeit ist ihr reich bebildertes Buch, das an dem Abend vorgestellt und sofort ausverkauft wurde. Es wird in Kürze in neuer Auflage erscheinen, aber nur über die Verfasserin erhältlich sein.

 


Neues vom Museum vom 10.11.2017

Nach intensiven Beratungen hat unser Museumsberater Dr. Wolfgang Fritzsche das sogenannte Rahmenkonzept für uns erstellt, das die Grundlage für die Neuausrichtung des Museums darstellt und dem Hessischen Museumsverband inzwischen zur Bewertung vorgelegt wurde. Bei dieser Arbeit wurden wir dankenswerterweise von der Stiftung der Sparkasse Odenwaldkreis, der Firma Klinger und Born GmbH, Brensbach, der Kelterei Krämer, Beerfurth und interessierten Mitbürgern großzügig finanziell unterstützt. Dafür unseren herzlichsten Dank. Der Museumsverband wird nun die Förderwürdigkeit prüfen und uns Anfang kommenden Jahres hoffentlich den Startschuss für die nächste Stufe, die Erstellung eines "Feinkonzeptes" zur Gestaltung des Museums geben. Bei einer positiven Entscheidung wird der Museumsverband 60% der Einrichtung und Ausstellungskosten übernehmen. Das Feinkonzept und die Museumsausstellung soll wieder von Dr. Fritzsche, diesmal unter Mitwirkung des Museumsgestalters Dip. Ing. Scheuermann entworfen werden. Herr Scheuermann hat u.a. das Grimm-Museum in Steinau an der Straße gestaltet und ist ganz sicher der richtige Partner in unserer Planung. Jetzt hoffen wir erst einmal auf eine positive Entscheidung des Hessischen Museumsverbandes.

Am Freitag, dem 24. November um 20:00 Uhr trifft sich der Museumsverein in den Crumbacher Stuben um über diese Entwicklungen und die Perspektiven des Museums zu sprechen. Alle Mitglieder und Freunde des Museums sind herzlich dazu eingeladen.

Am vergangenen Sonntag, dem 5.11. stellte Barbara Linnenbrügger in der früheren Synagoge ihr Buch über Margarete Oppenheimer-Krämer vor. Die bewegende Veranstaltung, die das Heimatmuseum Rodenstein zusammen mit der FrauenGeschichtsWerkstatt Odenwald organisiert hatte, fand im Beisein von Feo Madar und Michel Oppenheimer, Tochter und Sohn von Margarete, und ihrer Enkelin Margaret Finch und fast 200 interessierten Mitbürgern statt. Vorausgegangen war ein von Hildegard Frank gestaltetes Gedenken der Pogromnacht am Gedenkstein. Einzelheiten dazu werden von Frau K. Sundermann in Kürze berichtet werden.