Die Laurentius-Kirche zu Fränkisch-Crumbach

Das Kirchenschiff ist wohl romanischen Ursprungs und wurde möglicherweise gleichzeitig mit der Burg Rodenstein um 1250 erbaut. Die Kirche ist dem Heiligen Laurentius geweiht, der 268 hingerichtet wurde. Sein Tag ist der 10. August, weshalb die Crumbacher am 2. Wochenende im August die "Kerb" feiern. Hans III von Rodenstein und seine Frau Anna von Rodenstein und Lißberg ließen 1485 einen spätgotischen Chor vom Baumeister Konrad von Mosbach anbauen. Dieser Chor wurde unterkellert und diente als Gruft, da die Kirche gleichzeitig die Grabeskirche der Rodensteiner war. Während die Kirche  mehrmals umgebaut wurde - erfolgte seit 1485 kein weiterer Anbau. Die romanischen Fenster im Kirchenschiff wurden dem spätgotischen Stil des Chors angepasst. 1702 wurden die Emporen und 1862/63 im Rahmen einer größeren Renovierung  die Chorfenster eingebaut. Die Orgel (1866) stammt von dem bekannten Orgelbauer Walcker in Ludwigsburg.

Anhand der Grabdenkmäler kann man sich ein Bild über die Geschichte der Rodensteiner ab 1500 machen. Das bekannteste und künstlerisch wertvollste Grabdenkmal des Ritters Hans III von Rodenstein wurde von Hans Eseler von Amorbach - einem Neffen des Baumeisters Konrad von Mosbach - geschaffen.

 

Eine Kuriosität der Laurentius-Kirche ist ein einzigartiger "Taufstein", die sogenannte "Türkentrommel".  Jahrelang wurden Crumbacher Kinder über dieser "Trommel" getauft, die eigentlich ein Teetisch aus Java ist. Die "Türkentrommel" besteht vorwiegend aus Palmholz mit einer Zarge mit vorkragendem Rundbogenrand und in Lackmalerei ausgeführten gartenartigen Landschaftsszenerien. Es gibt - soweit bekannt - nur noch in Museen in Berlin, London und Karlsruhe weitere Exemplare dieser Teetische.

 

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